Die einzigartige, elegante und sammelwürdige Herend-Porzellanfigur „Madame Déry mit Gitarre“, die nach einem Entwurf des berühmten ungarischen Bildhauers Miklós Ligeti (1871–1944) geschaffen wurde. Sie ist nicht nur ein dekoratives Porzellanwerk, sondern auch eine skulpturale Komposition von historischer, kultureller und künstlerischer Bedeutung, die die Handwerkskunst der berühmten Herend-Manufaktur, die Geschichte des ungarischen Theaters und das künstlerische Erbe eines der bedeutendsten Bildhauer jener Zeit vereint.
Die Figur stellt Déryné Róza Széppataki (1793–1872) – eine der bedeutendsten ungarischen Schauspielerinnen und Opernsängerinnen des 19. Jahrhunderts, die als eine der symbolträchtigen Persönlichkeiten des frühen professionellen ungarischen Theaters gilt. Sie war nicht nur eine herausragende Bühnenkünstlerin, sondern auch eine bedeutende Kulturpersönlichkeit, die durch ihr Wirken zur Entstehung und Verbreitung der ungarischen Theatertradition beitrug. Aufgrund ihres Ruhmes auf der Bühne, ihres außergewöhnlichen Talents und ihres Beitrags zur Kultur des Landes wurde Déryné zu einer der bekanntesten Künstlerinnen ihrer Epoche.
In dieser Komposition wird sie äußerst dekorativ und theatralisch dargestellt – mit einer Gitarre in den Händen, gekleidet in ein weites, reich gefaltetes Kleid mit zahlreichen Rüschen, Bändern und fein gearbeiteten Stoffdetails. Die Silhouette der Figur ist feierlich, anmutig und sehr ausdrucksstark. Das weit ausgestellte Kleid verleiht der Skulptur monumentale Stabilität und zugleich Leichtigkeit, Bewegung und szenische Lebendigkeit.
Ein besonders beeindruckendes Merkmal dieses Werks ist das vollständig weiß glasierte Porzellan. Das Fehlen von Farbe ermöglicht es, die gesamte Aufmerksamkeit auf die Form, die plastische Gestaltung und die Oberflächenstruktur zu richten. Das Licht reflektiert wunderschön auf dem glatten Porzellan und hebt jede Falte, jede Wölbung, jedes Detail der Gitarre, die Haltung der Hände sowie die Gesichtszüge hervor. Diese monochrome Gestaltungsweise rückt die Figur noch näher an die Ästhetik der klassischen Bildhauerei heran.
Die Gestaltung des Kleides ist äußerst komplex und dekorativ. Mehrschichtige Falten, geschwungene Stofffalten und subtil dargestellte Bänder schaffen eine reichhaltige, reliefartige Oberfläche. Jedes Detail erfordert von den Porzellanmeistern höchste Präzision, da die komplexen, dünnen und hervorstehenden Porzellanteile sowohl beim Formen als auch beim Brennen technisch anspruchsvoll sind.
Ein wesentlicher Teil des Wertes dieses Werks liegt in seiner Verbindung zu Miklós Ligeti, einem der bekanntesten ungarischen Bildhauer des frühen 20. Jahrhunderts. In Ligetis Schaffen verbanden sich akademische Bildhauertraditionen, Realismus und raffinierte Dekorativität. Er schuf Denkmäler, Porträts, Kleinkunstwerke und dekorative Kompositionen. Seine Werke zeichnen sich durch ein ausgeprägtes Gespür für die menschliche Figur, eine anmutige Haltung, subtile Gesichtsausdrücke und detailgetreu wiedergegebene Kleidungsdetails aus.
Das Modell „Madame Déry mit Gitarre“ ist insofern besonders interessant, als es mit der von Ligeti geschaffenen skulpturalen Komposition „Déryné“ in Verbindung steht. Dies verleiht der Porzellanfigur mehr als nur eine dekorative Bedeutung – sie wird zu einer Interpretation der kleinen Plastik, die die künstlerische Idee des bedeutenden ungarischen Bildhauers bewahrt.
Auf dem Sockel der Figur befindet sich die Signatur von Miklós Ligeti, die die Urheberschaft des Werks und die Verbindung zum ursprünglichen Modell des Bildhauers zusätzlich unterstreicht.
Nicht weniger bedeutend ist die Porzellanmanufaktur Herend selbst, deren Name heute mit europäischem Porzellan der Spitzenklasse in Verbindung gebracht wird. Die Manufaktur Herend wurde zu Beginn des 19. Jahrhunderts in Ungarn gegründet und entwickelte sich im Laufe der Zeit zu einem der renommiertesten Porzellanhersteller Europas. Ihre Erzeugnisse wurden von der Aristokratie, königlichen Familien und wohlhabenden Sammlern geschätzt.
Herend wurde vor allem durch sorgfältige Handarbeit, aufwendige Dekorationstechniken, die hohe Qualität des Porzellans und die außergewöhnliche Liebe zum Detail berühmt. Obwohl die Manufaktur vor allem für ihre handbemalten Services und dekorativen Gefäße bekannt ist, sind auch Porzellanskulpturen und Figuren ein wichtiger Teil ihres Schaffens.
In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts arbeitete Herend mit professionellen Bildhauern und Künstlern zusammen, weshalb sich die Figuren der Manufaktur aus dieser Zeit oft nicht nur durch eine makellose technische Ausführung, sondern auch durch eine hohe künstlerische Qualität auszeichnen. Solche Werke wurden nicht als einfache dekorative Souvenirs, sondern als eigenständige Kunstobjekte geschaffen.
Dieses konkrete Modell trägt die Nummer 5753 und gehört zu den größeren und eindrucksvolleren figürlichen Werken aus Herend. Mit einer Höhe von etwa 35,5 cm wird die Skulptur zu einem markanten Akzent im Interieur. Eine Porzellanfigur dieser Größe ist technisch wesentlich aufwendiger herzustellen als eine kleine Statuette, da beim Brennen die Proportionen exakt eingehalten, Verformungen vermieden und die zahlreichen feinen Details geschützt werden müssen.
Die Identifizierung des Modells Nr. 5753 ist auch aus Sammlerperspektive wichtig, da sie eine genaue Zuordnung der Figur zum konkreten Herend-Modellrepertoire ermöglicht.
Die Figur ist in einem sehr guten Zustand erhalten geblieben, wodurch ihre ursprüngliche Oberfläche, der Glanz des Porzellans und die skulpturalen Details besonders gut zur Geltung kommen.
Die Einzigartigkeit dieses Werks wird durch mehrere wichtige Aspekte gleichzeitig bestimmt: die berühmte Manufaktur Herend, den bekannten Bildhauer Miklós Ligeti, die historische, dargestellte Persönlichkeit Déryné Róza Széppataki, das große Format, die dokumentierte Modellnummer und die ausdrucksstarke, technisch anspruchsvolle Porzellanplastik.
Dies ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie eine Porzellanfigur die Grenzen eines rein dekorativen Objekts überschreiten und zu einem echten Kunstwerk der Kleinskulptur werden kann.
Hersteller: Porzellanmanufaktur
Herend Land: Ungarn
Modell: „Madame Déry mit Gitarre“
Modell-Nr.: 5753
Bildhauer / Modellurheber: Miklós Ligeti (1871–1944)
Entstehungszeit: um 1936
Material: weiß glasiertes Porzellan
Höhe: ca. 34,5 cm
Signatur: auf dem Sockel – Signatur
von Miklós Ligeti Zustand: sehr gut
Es handelt sich um eine Herend-Porzellan-Skulptur von Sammlerqualität, die sich nicht nur durch ihre Größe und ihren dekorativen Charakter auszeichnet, sondern auch durch ihren bedeutenden historischen und künstlerischen Hintergrund. Sie ist besonders attraktiv für Sammler von Herend-Porzellan, ungarischer Kunst, europäischer Kleinplastik sowie dekorativer Kunst der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.
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